Fehlstart in die letzte Etappe?

Schwer zu sagen. Seit Mittwoch bin ich in der letzten Phase der Herabsetzung. Das bedeutet, zwei Tage ohne Tablette und einen Tag mit. Die letzten Tage und die letzte Nacht sind alles andere als ein Kinderspiel für mich gewesen. Die Körpertemperatur schwankte hin und her zwischen Unterkühlung und Fieber. Aber trotz Fieber war mir kalt und ich habe teilweise gezittert: Schüttelfrost. Aber hatte ich Grippe? Konnte nicht sein. Zwar lief ab und an meine Nase, aber das alleine reicht ja nicht aus. Normal müssten noch Dinge wie Gliederschmerzen, empfindliche Haut und Co. dazu kommen. Davon war aber keine Spur. Teilweise habe ich mich wie halb benommen gefühlt. Benommen... Ist das richtig ausgedrückt? Schwer zu sagen. Vielleicht trifft es der Begriff "halb schlafend" eher. Ich kam mir teilweise vor, als wäre ich auf der Grenzschwelle zwischen den Welten. "Geht es jetzt richtig los" schoss es mir immer mal wieder durch den Kopf. Beginnt jetzt die richtig schwere Phase des Entzugs? Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich muss schauen, was weiter passiert. Die letzte Nacht war auf jeden Fall auch nicht einfach. Gestern war wieder ein Abend ohne Antidepressiva. Trotzdem habe ich mich schon früh schlafen gelegt. Eigentlich kurz nach dem Zeitraum, wo ich normaler Weise erst die Tablette einnehmen würde. Also gegen 20 Uhr ging bei mir nichts mehr. Kurz vor Mitternacht dafür war ich wieder wach. Eine Stunde Zeit am PC verbringen und dann wieder hinlegen. Nach meinen bisherigen Erfahrungen würde das eigentlich ausreichen, um wieder schlafen zu können. Nicht diese Nacht. Es war wohl noch rund eine Stunde, die ich mich dann im Bett hin und her drehte. Die Ruhe wollte einfach nicht zurück kommen. Im Gegensatz zum Beginn der Depressionen, wie ich es in meinem Buch "Nicht aufgeben! Der Beginn der Depressionen" ja geschildert habe, gab es nichts, was mir hätte eine unruhige Nacht hätte bereiten müssen. Keine Probleme, die mir hätten den Schlaf rauben können. Als ich heute Morgen aufgewacht bin, habe ich mich gefühlt, als wäre ich die ganze Nacht unterwegs gewesen. Aber ich weiß, dass ich viel geträumt habe (auch wenn ich mich kaum an den Inhalt erinnern kann) und dementsprechend mein Körper auch zur Ruhe gekommen sein muss. Ich habe keine Ahnung, ob das nun so weitergeht, ob es nur die paar Tage waren oder ob es noch so einige Nächte anhalten wird. Es bleibt mir nur eines: Durchhalten...

2.2.14 16:44, kommentieren

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Die Macht des Wortes

Kennt Ihr das? Schon ein einziges gehörtes oder gedachtes Wort kann ausreichen, um im Körper einiges zu verursachen. Aber ist das nicht meistens im negativen Sinne? Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, dass ich zum Beispiel einfach mal ganz spontan "Geld" gedacht habe und Minuten oder vielleicht sogar nur Sekunden später welches bekommen habe. Aber letzte Nacht zum Beispiel hatte ich mal wieder einen negativen Moment. Ich bin aus dem Bett gekrochen und habe eine geraucht. Mit schweren Augenlidern bin ich dann wieder zurück in Richtung Bett. Kaum lag ich wieder unter der Decke, schoss mir ein einziges Wort durch den Kopf: "Wach". Und schon war an Schlafen erst einmal nicht mehr zu denken. Ich weiß, dass ich das zwischendrin immer mal wieder so etwas gedacht habe. Und jedes Mal ist das gleiche eingetroffen. Früher, zur schlimmsten Zeit der Depressionen war es das Wort "Kotzen". Hören oder denken hat ausgereicht und ich hing über der Kloschüssel. Das war damals sehr Kräfte raubend. Heutzutage gehe ich viel entspannter damit um, obwohl ich zugeben muss, dass mir das auch heute noch in sehr angespannten Situationen passieren kann. Aber mein erstes Wort ist und bleibt aktuell das Wort "Wach". Teilweise merke ich nachts auch, wie sich diese kleinen vier Buchstaben einen Weg in mein Gehirn bahnen wollen, wenn ich wieder ins Bett gehe. Teilweise gelingt es mir dann, das Ganze zu blockieren. Aber leider nicht so häufig. So kann ich nur weiter daran arbeiten, diese "Prozedur" so lange zu bekämpfen, bis mir dieses Wort nicht mehr solche Probleme bereitet. Sinnvoller wäre es dann wohl doch, dass Umsetzen (auch sogenanntes Visualisieren genannt) dann auf POSITIVE Dinge anzuwenden oder?

20.1.14 11:48, kommentieren