Der Anfang vom Ende

"Das Leben mit Depressionen ist alles andere als einfach. Dieses Buch soll schildern, wie es sich damit lebt und dass man trotz allem niemals aufgeben sollte." Diese Kurzbeschreibung steht auf der Rückseite meines ersten Buches "Nicht aufgeben! - Der Beginn der Depressionen". In diesem Buch habe ich beschrieben, wie alles begann. Die geschilderten Ereignisse liegen nun rund 7,5 Jahre zurück. Vieles ist seitdem passiert. Nähere Details werde ich in einem Folgeband beschreiben. Heute sitze ich nun hier und habe das Ende langsam vor Augen. Im September 2012 haben mein Psychiater und ich beschlossen, die Zielgerade einzuläuten. Zu dem Zeitpunkt nahm ich zwei Antidepressiva pro Tag: Morgens welche, um beschwingt und voller Tatendrang in den Tag zu starten und abends, um die nötige Ruhe für die Nacht zu bekommen. Die wohl "übliche Mischung" halt. Und das mit einer nicht gerade zu geringen Dosis. Dass der "Entzug" sich da so lange hinzieht, ist kein Wunder. Denn Monat für Monat wurde es immer weniger. Und das nicht in täglichen Schritten. Nein, erst einen Monat jeden dritten Tag etwas weniger, dann einen Tag eine "normale" Dosis und zwei Tage reduziert und letztendlich über drei Tage die Herabstufung. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mit viel größeren Schwierigkeiten gerechnet hatte. Sicherlich gab es Probleme, aber die hielten sich zum Glück in sehr kleinem Rahmen, sodass ich doch ein normales Leben führen konnte. Aber ich musste jederzeit damit rechnen, dass der Entzug mich von einem Moment auf den anderen packen und außer Gefecht ziehen würde. Nun sitze ich hier und habe nach gut sieben Jahren die ersten drei Tage (gemäß dem altbewährten Schema) hinter mir, die ich komplett ohne Antidepressiva erlebt habe. Es war ein hartes Stück Arbeit, aber der positive Trend hält derzeit noch an. Ok, die Nächte waren bisher gemischt. Ich kann mich bei der ersten Nacht noch genau daran erinnern, dass ich geschlafen habe wie ein Baby. Ich bin am nächsten Morgen ganz normal aufgewacht und habe irgendwie in mir gespürt, dass ich nach Jahren endlich mal einen Schlaf komplett ohne Hilfe gehabt habe. Es lässt sich schwer beschreiben, aber mein Körper hat sich irgendwie gesund angefühlt. Drei Tage später hatte ich den nächsten Tag ohne. Die Nacht war nicht so, wie die erste. Ich wurde irgendwann wach und konnte nicht mehr einschlafen. Trotzdem gab es einen Unterschied zu 2005. Damals bin ich wach geworden und habe mir den Kopf über meine Probleme zerbrochen. Wer von Euch das Buch gelesen hat, versteht, was ich meine. In dieser Nacht jedoch war ich einfach nur wach. Keine Sorgen, keine Nöte, keine Flucht in den Alkohol. Irgendwann kam ich dann auch wieder zur Ruhe und fand in den Schlaf. Die dritte Nacht war irgendwie eine Mischung aus den beiden. Ich merke also, es geht auf und ab. Der Körper reagiert auf die Nullstellung und lässt mich neue (alte) Erfahrungen machen. Es bleibt abzuwarten, was ich in den nächsten drei bis vier Monaten noch erleben werde. Heute Abend wird noch mal geschluckt und morgen kommt dann die nächste Etappe ohne. Ich bin gespannt, was mich auf mich zukommt...

10.1.14 11:38

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